„Frieden brauchen wir heute mehr denn je!“

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat in Freiburg seine Weihnachtsaktion „Friede! Mit Dir!“ eröffnet.

Feierlicher Gottesdienst im Freiburger Münster

Adveniat bitten zum Spenden für Projekte in Lateinamerika und erhält die Kollekte aus den katholischen Weihnachtsgottesdiensten

Alle katholischen Hilfswerke in Deutschland widmen in den kommenden Monaten ihre Jahreseaktionen dem Thema Frieden

„Frieden brauchen wir heute mehr denn je!“ Das unterstrich Erzbischof Stephan Burger am Sonntag in seiner Predigt im feierlichen Gottesdienst zum Auftakt der Adveniat-Weihnachtsaktion in Freiburg. Zusammen mit Adveniat-Partner Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno aus Peru, Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen und vielen engagierten Christinnen und Christen eröffnete der Freiburger Erzbischof die bundesweite Weihnachtsaktion der Katholischen Kirche unter dem Motto „Friede! Mit Dir!“. Gemeinsam mit den anderen katholischen Hilfswerken in Deutschland – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Misereor, Renovabis und Missio – hat sich Adveniat darauf verständigt, die jeweiligen Jahresaktionen in dem am ersten Advent begonnenen neuen Kirchenjahr dem Themenfeld „Frieden“ zu widmen.

„Das Thema Friede ist alles andere als behaglich“

„Für Frieden müssen wir uns im 21. Jahrhundert, einem Jahrhundert, das sich wieder mehr und mehr in Konflikte verstrickt, umso dringender einsetzen“, zeigte sich Erzbischof Burger überzeugt. Denn Gewalt, Ungerechtigkeit, Ausbeutung von Mensch und Natur, Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückung seien in vielen Ländern dieser Welt Realität. „Eine Realität, die uns herausfordert, wenn wir unser Christsein, ja unser Menschsein ernst nehmen.“ Deshalb sei das Thema Friede alles andere als behaglich. Für Erzbischof Burger ist Friede ein hoch politischer Aufschrei, der die vielen Ungerechtigkeiten empört wahrnimmt. „Friede!“ – Das ist die „Aufforderung an die Verantwortlichen in den Staaten, gegen Menschenrechtsverletzungen vorzugehen. Er wird zur Aufforderung an Unternehmen und Wirtschaft, diese Erde nicht weiter auszubeuten.“

„Frieden orientiert sich am Nächsten.“

Dem Freiburger Erzbischof zufolge ist Friede eine Grundhaltung, die nur Wirklichkeit wird, wenn man dem anderen genauso Respekt, Achtung und Würde zugesteht, wie man es selbst erwarte. „Mit Dir!“ bedeute dann, „dass der Friede nicht über die Köpfe hinweg aufgedrückt oder übergestülpt wird, sondern sich am Nächsten orientiert – auch bei aller kultureller und weltanschaulicher Verschiedenheit“, so Erzbischof Burger. Diese Grundhaltung liege auch der Arbeit des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat zugrunde: „Unterstützung für und am Menschen, mit dem Nächsten und niemals über ihn hinweg!“, so Burger.

Der globalisierten Wirtschaft weltweite Solidarität entgegenstellen

Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno stellte in seinem Dank- und Segenswort fest: „Wir leben in der 'Einen Welt' extremer Ungleichheit. Der globalisierten Wirtschaft, deren Ausbeutung in jeder Hinsicht keine Grenzen kennt, müssen wir eine weltweite Solidarität entgegenstellen.“ Der Vizepräsident des Amazonas-Netzwerks Repam war von Papst Franziskus zu einem der drei Vorsitzenden der Amazonas-Synode berufen worden. „In den Domitilla-Katakomben haben wir einen 'Neuen Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus' unterzeichnet, in dem wir uns zu einem einfachen, nachhaltigen und solidarischen Lebensstil verpflichten“, berichtete er von der Synode. Es sei die Pflicht aller, die Stimme zu erheben gegen die Verletzungen der Menschenrechte, gegen die von Profitgier getriebene rücksichtslose Ausbeutung unserer Erde. „Wir müssen das gemeinsame Haus, Gottes Schöpfung, unsere Mutter Erde, bewahren. Nicht nur in meiner Heimat Peru, nicht nur im Regenwald, sondern weltweit. Der Klimawandel kennt keine Grenzen und betrifft uns alle.“ Ausdrücklich warb Kardinal Barreto um Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat: „Ich bitte Sie alle um ein offenes Herz und Ihre großzügige Mithilfe, damit Adveniat weiterhin Projekte in vielen Diözesen unterstützen kann. Ihr Beitrag ist eine konkrete Geste liebender Solidarität mit Initiativen und Organisationen der Kirche in Lateinamerika.“

Weihnachtskollekte zugunsten von Adveniat

Adveniat informiert in den kommenden Wochen bundesweit in zahlreichen Veranstaltungen, bei Besuchen von Gästen aus Lateinamerika, die aus ihren Projekten berichten, und in zahlreichen Gottesdienst über die Weihnachtaktion. Auf zahlreichen Weihnachtsmärkten im Ruhrgebiet gibt es zudem Stände, die zum Kerzenziehen oder Plätzchenbacken einladen oder Glühwein verkaufen. Adveniat bittet um Spenden und erhält die Kollekten aus den katholischen Weihnachtsgottesdiensten am 24. und 25. Dezember.

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